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"Ein Augenblick geradezu überirdischer Schönheit wird evoziert – auch dies nur ein Beispiel von mehreren -, wenn ein feiner, weißer Stoff durchs Wasser driftet und auf einmal –für eine nur ganz kurze Weile – die Form einer großen, prachtvollen Muschel annimmt. Hier ist die Zeitlichkeit der Formen, hier ist die Unbeständigkeit aller Existenz evident. Die Formen sind, das zeigt uns Marko Zink, im Werden – auch wenn die menschliche Wahrnehmung, um dies zu erfassen, immer entweder zu langsam oder zu schnell ist. Dass die Formen von Existierendem nichts Statisches sind, sondern im Fluss, im Fließen sich befinden - manchmal in einem sehr, sehr langsamen und lang dauernden, etwa in jenem, den man die Evolution der Arten nennt - hier wird das greifbar und fühlbar. Starre Form und fließende Vergänglichkeit, das Bestehen auf ein Ich und der unausweichliche Fluss der Zeit, der alles mitnimmt und verwandelt, sind hier sinnlich übereinander gelegt wie zwei durchscheinende Bilder, die zusammen ein einziges Thema ergeben: „Ohne Illusion keine Erleuchtung, ohne Erleuchtung keine Illusion."

"An instant of supernatural beauty is being evoked. This also is just one example: a delicate white fabric drifting through the water to assume the form of a grand splendid shell. This is the ephemeral nature of shapes, showing the transitoriness of existence. Marko Zink shows us that shapes are being created – even if the human sense of perception is either too slow or too fast. We grasp, and sense that the shapes of matter are not static, but flowing, floating, sometimes very slowly over long periods of time, like the evolution of species. Rigid shapes and flowing transience, insisting upon the "I" and the inevitable passing of time, sweeping away and changing everything, all these layers are metaphorically placed one upon the other, just like two translucent pictures forming one single theme: "No enlightenment without illusion, no illusion without enlightenment."

Diethard Leopold, 2012.