Ich genoss in der Obhut meiner Eltern eine gute Bildung. Der Großteil meiner Bildung, die ich danach erwarb, baut auf Büchern auf, zum Beispiel historischen Romanen oder einfach Geschichten über das Leben. Die Lücken, die diese Art von Bildung hinterlassen hat, habe ich mit Filmen ausgefüllt. Von Blockbustern bis hin zu Kunstfilmen habe ich
einiges gesehen. In meiner Jugend haben mich am meisten die Filme von Chacky Chan beeinflusst. Jetzt bin ich vollgestopft mit Klischees, gefährlichem Halbwissen, absolutem Falschwissen, Verschwörungstheorien, populärwissenschaftlichen Erörterungen wie bürgerlicher Mainstream‐Vernunft und subkulturellen Anti‐Konzepten. Rückblickend reflektierend sind alle diese Quellen höchst unseriös. Trotzdem sind sie in mich gedrungen und werden in mir zu neuem Brei präpariert. Dieser Brei sucht seinen Weg an die Oberfläche.
Seitdem ich das weiß, bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich wirklich etwas zu sagen habe oder sagen will, da ich daraus kaum sinnvolle gesellschaftliche Vorschläge bringen kann. Wo ist also die Relevanz meines Beitrages für andere? So wie der Landstreicher mit seiner Seemannsgeschichte oder die vernünftige Politikerin mit ihrer Welt‐ oder Europaidee habe ich
Gefühle und Ideen zu dieser Welt, also besser gesagt Überlegungen, die ein ganzes Leben dauern und zu nichts führen können.