Das fahle Mondlicht der Stille – Meine Freunde, meine Familie und ich
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Das erste Licht neuen Lebens, der erste Wimpernschlag – 2020 beginnt er mit einem Blick in maskierte Gesichter. Keine Mimik, kein Lächeln – Kommunikation reduziert auf einen schmalen Ausschnitt aus dem Gesicht unseres Gegenübers. Was lässt sich in den Augen lesen? Angst, Einsamkeit, Hoffnungslosigkeit oder das Leuchten von Zuversicht. Es ist das Jahrhundertjahr der Isolation. Über die Zeit legt sich das fahle Mondlicht der Stille, ein bleierner Schleier, der Mehltau der Hilflosigkeit.

Die auf den engsten Freundes- oder Familienkreis reduzierten Begegnungen haben mich zu dieser Foto-Serie inspiriert. Ein Bild über die Generationen hinweg gezeichnet, von der Geburt einer Enkelin bis hin zu meiner 86-jährigen Mutter. Alle Portraits erzählen eine kleine Geschichte aus dieser Zeit: Meine Cousine, die einsam mit ihren Hühnern im Oderbruch lebt, Enkelinnen, die ohne ihre Freundinnen auskommen müssen, ein Freund, der von einer Weltreise träumt...
Trotz der Inszenierung sollte ein hohes Maß an Authentizität erkennbar bleiben. Der unbekleidete Oberkörper, ein Zeichen für die Verletzlichkeit und das Zurückgeworfensein auf die eigene Persönlichkeit, aber auch ein Hauch von Sinnlichkeit.