Das Pprojekt zeigt einen - sicher privilegierten- Ausschnitt von Sexarbeiter*innen, nämlich solche, die freiwillig und selbstbestimmt in der Prostitution arbeiten. Ausnahmslos alle, mit denen ich Kontakt hatte, wünschen sich eine Entstigmatisierung ihrer Arbeit.
Ich habe die unterschiedlichsten Lebens- und Liebeskonzepte, Menschen jeglicher geschlechtlicher Identität und jeden Alters kennengelernt. Allesamt interessante Menschen mit spannenden Werdegängen. Es war ein langwieriger Prozess von der ersten Kontaktaufnahme zum Emailverkehr und Telefonaten bis zu den Terminen. Wenn es dann dazu kam, wurde mir mit viel Offenheit begegnet und Vertrauen entgegengebracht.
Um zu zeigen, dass Sexarbeit sehr viel mehr ist als das übliche Klischee, habe ich Sexarbeitende sowohl porträtiert als auch teilweise ihre Treffen mit Kund*innen dokumentiert. Das Projekt zeigt neben der körperlichen die psychische Ebene - nämlich das zutiefst menschliche Bedürfnis nach Nähe, Vertrauen, Zuwendung und Angenommensein.
Besonders interessant fand ich die feministische Haltung einiger Sexworker zur Prostitution als Akt des Empowerments in einer patriarchalischen Gesellschaft.