Mittendrin am Rand
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Um das Räderwerk des Kapitals in westlichen Industrienationen am Laufen zu halten, braucht es ständig neuen Schmierstoff. Menschen die geschmeidig genug sind, sich im Labyrinth der Zahnräder zu bewegen. Sie sind Treibstoff und Schmiermittel zugleich. Wer hier versagt, wer zwischen die Zähne des Molochs gerät, den spuckt das System gebrochen wieder aus. Es kann jeden treffen: Burnout, Depressionen, Nervenzusammenbruch oder Alkohol- und Drogenprobleme. Fast jeder kennt sie aus seiner Umgebung, aber die wenigsten wissen um die Schicksale ihrer Nachbarn mit psychischen Erkrankungen. Vielfach stoßen ihre Probleme und Lebensumstände auf Unverständnis, mindestens aber auf Unkenntnis. Die Betroffenen wandeln oft über einen schmalen Grat zwischen Wirklichkeit und Fiktion.
In einer Tagesstätte habe ich Menschen mit psychischen Erkrankungen kennengelernt und später porträtiert. Die Portraitfotos könnten dabei helfen, dass das Thema in der öffentlichen Wahrnehmung präsenter wird, um zu verstehen, dass die Anderen gar nicht so anders sind.