Elena Parris: «Vielschichtig»
Weiter schreiten, höher blicken, tiefer gehen – und immer wieder Grenzen sprengen
Einst brach Elena Parris kämpferisch Tabus, sie brüskierte und provozierte. Heute will die Schweizer Künstlerin immer noch Grenzen sprengen: Doch jetzt soll ihre Kundschaft mit Parris weiter schreiten, höher blicken, tiefer gehen.
Vielschichtigkeit, das ist das neue Thema von Elena Parris. Die Künstlerin sagt: «Gegensätzliches, vordergründig Widersprüchliches und Mehrdeutigkeiten interessieren mich derzeit. Das lässt mehr Spielraum zur Interpretation.»
Elena Parris, die in den letzten Jahren weltweit ausstellte – von Berlin bis Shanghai, von Tiflis bis Zürich – führt mehrere Elemente zu Geschichten zusammen: Fotografiertes, Gemaltes und Geschriebenes. Das Vielschichtige geschieht auch auf der Zeitebene: Zeitverbundenheiten – Vergangenes, Aktuelles und Zukünftiges – mischt sie miteinander.
Wie will sie in der heutigen Bilderflut und des medialen Überangebotes noch auffallen? Nicht mit Schnellschüssen, sondern bewusst mit «designter und sensibler Fotografie». Elena Parris legt grossen Wert auf gestalterische und formale Proportionen, oft ist sie inspiriert vom goldenen Schnitt.
Die Künstlerin sagt: «Ich habe eine Abneigung gegen das Zwanghafte, das um der Aufmerksamkeit Willen grotesk oder hässlich wirken will.» Kommerzielle Modeströmungen sind ihr überdies egal.
Positives ist angesagt. Parris begründet: «Kaltblütiges, Grausames oder Trauriges gibt es doch schon zur Genüge.»
Bleibt die Frage, was Schönheit ist. Elena Parris dazu: «Das perfekte Bild hat viele Facetten, für mich gehören beispielgebende und unvergleichbare Attribute dazu. Artistisch und virtuos soll meine Fotografie sein. Nur dann wird ein Bild fantastisch wirken.» Das Publikum darf mit Elena Parris weiter schreiten, höher blicken, tiefer gehen – so kann die Künstlerin immer wieder neue Grenzen sprengen.
Text: Mathias Haehl