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Auf seinen zahlreichen Dienstreisen in alle Welt sammelt der oberschwäbische Fotograf Stefan Kuhn (geboren 1977) mit Leidenschaft Banknoten. Nicht aber, um sie schnell wieder auszugeben, sondern um sie dauerhaft einzufangen.
Vielfalt, Farbigkeit, Symbolkraft – in den Darstellungen und Schriften auf den Banknoten werden Kultur und Historie eines Landes manifest, werden ganz unterschiedlichen Menschen aus ganz unterschiedlichen Beweggründen Denkmäler gesetzt. Die Geldscheine sind bis ins kleinste Detail ausgearbeitete Kunstwerke im Hosentaschenformat. Obgleich aus Sicherheitsgründen von strengen Normen geprägt, ist jeder Schein – optisch bestimmt durch Vorder- und Rückseite sowie durch erst im Gegenlicht erkennbare Wasserzeichen oder Hologramme – doch immer einzigartig. Der einzelne Schein kommt und geht. Durch ganz verschiedene Hände. Vielleicht durch die ganze Welt. Sein Aussehen ändert sich dabei. Seine Haptik. Auch sein Wert.
Druckfrische Banknoten aktueller Währungen, abgegriffene Scheine, wertvolle Sammlerstücke, historische Gedenkbanknoten oder Sonderdrucke in geringen Auflagen: Stefan Kuhn will mit seiner Fotografie neue Perspektiven eröffnen, die Geldscheine – auch jene, die wir täglich im Gebrauch haben – so zeigen, wie sie auch ein intensiver Betrachter noch nie gesehen hat. Kuhn bündelt dazu Stirnseite, Kern und Revers einer Banknote in einer Darstellung und schafft so eine symbiotische Zusammenschau, die auf einen Blick Bekanntes wie Unbekanntes zeigt, die im selben Moment einerseits Erinnerung weckt und andererseits Irritation hervorruft.
Durch eine spezielle Reproduktionstechnik und durch die besondere Lichtführung des Fotografen überlagern sich nach mehreren Belichtungen die Darstellungen auf Vorder- und Rückseite sowie die Hologramme und Wasserzeichen. Kuhn bearbeitet dann jede einzelne Fotografie digital, hebt die Überlagerungen hervor oder schwächt sie ab, arbeitet einzelne Darstellungen deutlich heraus und lässt andere eher im Hintergrund, schafft Klarheit oder Abstraktion.