Normalerweise kennt man nur die Bilder aus den Berliner Clubs, die Feiernden kontrastreich vor dunklem Hintergrund in grell bunten Farben mit tanzender Bewegungsunschärfe, Konfetti in der Luft
und Glitter im Gesicht. Jeder ein individueller Ziggy Stardust der Partnacht mit Duckface in Selfiemanier und 80er Jahre T-Shirt.
Aber wie sehen die angesagten Clubs in Berlin eigentlich von außen und unter der Woche aus und in welcher Nachbarschaft genau befinden sie sich? Wie bestimmen die teilweise kurzlebigen Clubs die Stadtlandschaft? Gibt es gegebenenfalls eine Art visuellen Code in der Außenwahrnehmung dem man folgen und entschlüsseln kann?
Verbirgt sich hinter jeder Bretterwand eines Abbruchgrundstücks oder einer Brache ein temporärer open-Air Club, und werden wir uns in mehreren Jahren noch daran erinnern wie genau sie im Stadtgefüge ausgesehen haben; wenn diese Flächen dann durch Investoren oder Autobahnerweiterungen bebaut sein werden?
In dem kalten Sommer 2016 bin ich die Clubs im Osten von Berlin vier Wochen lang unter der Woche mit dem Rad abgefahren und habe die Entrées und Eingangsbereiche mit einer anlogen Mittelformatkamera dokumentiert. Startpunkt war die Gegend um das Ostkreuz mit seinen zur Zeit sehr angesagten Locations, von da
aus ging es aber weiter und so sind schließlich Fotos von 19 Standorten entstanden, die natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben können. Aber dennoch vermitteln sie ein Bild davon wie glamourös die bekannten und auch weniger bekannten Feierorte in den Berliner Straßen aussehen.