Herford, eine 65.000 Einwohnerstadt, nicht Großstadt, nicht Land ist das Thema des Fotografen Ralf Bittner. Er interessiert er sich in seinen Fotografien für die langfristigen, oft kaum wahrnehmbaren Veränderungen in seiner Umgebung.
Mit dokumentarischem Zugang erschließt er sich seine Motive. Vordergründig dokumentieren sie Veränderung oder Verharren, lassen auf den zweiten Blick eine feine Poesie erkennen, die schmunzeln oder erschauern lassen kann. Die Bilder zeigen nicht nur, sondern erzählen leise Geschichten. Gelegentlich verlassen sie die Gegenständlichkeit und eröffnen Räume, in denen die Betrachter_innen ihre eigene Welt erkunden können.
Seine Abschlussarbeit an der Ostkreuzschule für Fotografie „Widukindsland“ war 2010 von einer fast romantischen Melancholie durchzogen, die sich über die Nüchternheit des Gezeigten legte. Über die Arbeit schrieb Thea Herold im März 2012 im Tagesspiegel: „Auf seinen Tableaus scheint die Ermüdung bis in die Architektur zu kriechen. Gassenblicke eng stehender Häuser werden zur depressiven Kulisse, abendliche Fensterblicke gehen ins Trostlose. Bittner formt das triste Bühnenbild einer Müdigkeitsgesellschaft in Ostwestfalen.“