Meine Einladung zu einer ungewohnten Betrachtung der einzigartigen Stadt. dort, wo ich mich am wohlsten fühle. Gute Voraussetzung für Fotografie, manfrau muß das Thema/Objekt lieben. Nur, daß eben diese angeblich meistfotografierte Stadt der Welt eine bildliche Annäherung nicht leicht macht. Ich habe mir über die Jahre immer wieder die Gassen und Brücken erlaufen, bis ich das erste Mal mit einer Kamera in den Ring stieg. Die Frage: Wo ist der Kern? immer präsent. In meiner Dunkelheit tauchten steinerne Zeugnisse von Macht und Pracht auf, aus Mondschein und Laternen gemeißelte Lichtskulpturen. Daneben Stadtviertel des venezianischen Alltags. Stadträume wie Bühnen, gleichzeitig Zuschauertribünen, die Grenzen verwischen zwischen Innnen und Aussen. Si fa bella figura. Venedig, auf engstem Raum gebaut, taucht auf aus dem Schlick der Lagune, ruht auf Fundamenten, öffnet sich wenige Stufen über dem Wasser der "Androne", im Palazzo mit hausinternem Gondelhafen. Darüber überbordende Fassaden, bis zu 7 Etagen in den Himmel ragend.
Zusammenspiel zwischen Schwarz-Weiß, der Nacht, der Abstraktion von Menschen, Farben, Bewegung, jeglicher Lautstärke entwickeln die Plätze ihre eigene Aura. Die Kamera auf die Vertikale gerichtet, den Blick auf das Foto für einen Moment lang zu erden. Belichtungszeiten auf Film, keine Fakes, nur Fotokopp.
Venedig in Schwarz-Weiß bei Nacht ist wie Radiohören. Es öffnen sich Räume für die Phantasie, verbunden mit der Einladung, sie selbst auszumalen.