Das Leben im Allgemeinen sowie die individuelle Existenz im Besonderen basiert auf nichts anderem als dem Zufall. Die Entfremdung des modernen Menschen von der Natur ist die erste Ursache für Krisen. Und aufgrund des Phänomens der Gleichzeitigkeit nehmen wir jede Krise mindestens zur Kenntnis oder fühlen uns maximal bedroht. Für gewöhnlich haben Krisen ein Ende. Die existenzgefährdende Klimakrise endet nicht. Digitalism, Big Date und AI kommen hinzu. Wenn die Idee von der ständigen Neuorientierung als Experiment verstanden wird, dann ist dieses zweifellos nicht nur als Normal- sondern als Dauerzustand zu akzeptieren.
In dieser Permanenz stellt sich die eigene Existenz als eine dynamische Konstante dar, welche ich seit Dekaden in meinen Selbstporträts untersuche. Wie verändert sich meine Wahrnehmung? Wie mein Denken und Handeln? Was wird werden und - wenn überhaupt - was bleibt bestehen? Es ist eine nie enden wollende Selbstreflektion, aus der sich mittels Beobachtung der äußeren Welt eine sowohl kontinuierliche sowie kurvenreiche Verhaltensänderung ergibt.
Fortwährend betrachte ich das Selbst-Sein als ein lebenslanges Experiment mit offenem Ende und tödlichem Ausgang.