Im Januar diesen Jahres (2023) habe ich meine Schwester Anna portraitiert. Es war nicht unsere Absicht im Fahrstuhl des Hausganges, der zu ihrer Wohnung führt zu landen. Das ist spontan passiert.
Ich weiß wie schwer es für viele ist sich portraitieren zu lassen. Vor allem, wenn man unter Schlafmangel, zu viel Arbeit, ... oder anderen Dingen leidet, die einen ziemlich fertig machen können. Umso mutiger finde ich es, wenn sich Menschen genau so fotografieren lassen, wie sie eben sind.
Meine Fotos zeigen keine Perfektion. Sie zeigen kein ausgebildetes Model. Sie bestechen nicht durch perfekte und aufwendige Beleuchtung. Sie sind wie das Leben selbst. Sie sind Momentaufnahmen. Entstehen aus dem was ich habe, was ist und was mir Umstände und Umgebungen schenken.
Aus dieser Fotoreihe ist eine Hommage an meine Schwester geworden.
Nicht weil sie viel geleistet hat in ihrem Leben. Nicht weil sie viel durchgemacht hat in Ihrem Leben. Ich bin davon überzeugt, das hat jeder und macht jeder. Ganz individuell auf seine Art und Weise. Es ist eine Hommage geworden, weil sie nicht um Heldentaten prahlt. Sie tut es einfach. Weil sie nicht aufgibt wenn es schwierig wird, sondern immer wieder aufsteht und das Leben weiterlebt. Und das nicht weil sie es muss und es einfach so ist. Sondern weil sie es mit Lebensfreude, Mut und Neugier wieder und wieder versucht. Sie lebt. Mit allen Höhen und Tiefen. Das ist Anna. Und das ist jeder der lebt und das Leben liebt.