Alles begann damit als mein Onkel, Herr Herbert Brendel (jahrzehntelanger Leiter der Abteilung Fotostudio bei Reger Photostudios - München), mir im
Sommer 2014 die Leica M2 meines Großvaters vermachte. Dieser hatte die Kamera 1958 gekauft, verstarb jedoch 1962. Mein Onkel verwendete die Kamera dann noch für einige Jahre für Reportage-Fotografie. Ich ließ die Kamera überholen und fotografiere seither mit großer Begeisterung mit der M2. Der Zauber der analogen Photographie hat mich nach Jahren mit digitalen Kameras wieder gepackt.
Ostern 2015 verbrachte ich 11 Tage in Brescello, einem kleinen Ort in der Po-Ebene Oberitaliens, wo in den 1950er und 1960er Jahren die berühmten Don
Camillo und Peppone Filme gedreht wurden. Was lag da näher als mit einer Kamera aus der selben Zeit zu fotografieren. Ich ging also kurzerhand ins Caffè Don Camillo und deutete an, ich würde gerne eine Reportage über Brescello und die Thematik Don Camillo und Peppone fotografieren. Zu meiner Freude stieß ich sofort auf große Begeisterung und Abdon Boni und Giulio Bersellini schlugen mir vor, am folgenden Tag als Don Camillo und Peppone auf der Piazza zu erscheinen und verschiedene Szenen aus den Filmen nachzustellen. Der Tag wurde ein voller Erfolg - alle Beteiligten hatten großen Spaß und die M2 hatte viel zu tun. In den verbleibenden Tagen wurde ich von den Einwohnern sehr herzlich aufgenommen, obwohl mein Italienisch nur rudimentär ist. Sie freuten sich offensichtlich, dass jemand sich mehr als nur einen halben Tag Zeit nahm, um die Atmosphäre des Ortes wirklich erfahren zu können. Ich wurde jeden Morgen im Caffè von Abdon Boni alias Don Camillo begrüßt und schließlich gestattete man mir auch noch den Kirchturm „Don Camillos“ zu erklimmen, um von oben eine Aufnahme der Piazza zu machen. Mittlerweile verbindet mich eine herzliche Freundschaft mit vielen Dorfbewohnern.