Der Blick in den Spiegel ist seit Narziss ein Topos in der Kunst. Selfies aber nerven, sind sie doch nichts anderes als Gesichts-Posing zur Selbstinszenierung des Ichs. Schon Rembrandt hat sich beinahe 50 Mal selbst Modell gesessen, in immer neuen Verkleidungen und mit wachsender Skepsis, als sei sich da ein Mensch, ein Künstler seiner selbst immer weniger sicher gewesen. Aber auch van Gogh, Frida Kahlo oder Andy Warhol haben das Selbstportrait zur Dokumentation eigener Identität genutzt. Ich entziehe mich durch sichtbare Reduktion und Spiegelung des Ausschnittes meiner Selbstportraits und erzeuge durch kreative Ergänzung dabei nicht nur für mich ein großes Spannungsgefüge.