Der Begriff Nude photography oder besser gesagt sogar Nude portrait finde ich persönlich besser als der Begriff Aktfotografie. Es bedeutet für mich mehr als nur Erotische Fotografien. Das Thema ist vielschichtig, unterschiedlich. Was mich persönlich bei dem Thema interessierte ist der Mensch selbst, mehr als seine Nacktheit in dem Moment des Shootings. Wie fühlte er sich nackt, vor meiner Kamera stehen und der Blickkontakt zwischen mir und dem Model und später dann zwischen ihm und dem Betrachter. Diese Verbindung bleibt bestehen.
Ich habe mich auch gefragt, warum zeigt der Mensch seine Nacktheit dem Publikum? Aus Eitelkeit, aus Neugier, das ist mein Eindruck.
Ich pflegte die Nacktheit in meiner Fotografien als Verbindung zwischen dem jeweiligen Protagonisten und Fotografen, dann nimmt der Bertrachter der Platz des Fotografen ein. Es geht nicht um Nudismus, d.h. um Nacktheit überall und um jeden Preis, sondern um die Nacktheit als Wahrhaftigkeit, um uns allen und um jeden einzelnen. Es ist nicht die Entblößung im negativen Sinne des Wortes sondern um freiwilliges Zeigen seines eigenen Ichs.
Ich hatte eine Serie von 4 verschiedenen männlichen Studio-Akten fotografiert. Jeder der Serie ist ästhetisch, fotografisch und gestalterisch den einzelnen Modellen in ihrer Unterschiedlichkeit gerecht. Durch die teilweise Kombination zu Bildpaaren in der Präsentation ergeben sich visuell starke Doppelseiten.